Wir treiben die Weiterentwicklung der Notfallmedizin aktiv voran, weil sich Einsatzanforderungen und medizinische Möglichkeiten stetig verändern. Erfahrungen aus dem Einsatzalltag sind der Ausgangspunkt für neue Ideen und Ansätze im Rettungsdienst. Gemeinsam mit unseren Expertinnen und Experten entwickeln wir konkrete Lösungen und erproben sie im Einsatz auf unseren Rettungshubschraubern. So integrieren wir fortlaufend innovative Verfahren in unsere Prozesse und verbessern die Patientenversorgung nachhaltig.
Innovation
Notfallmedizin weiterdenken
Projekte
Der GFAP Test (Glial Fibrillary Acidic Protein-Test) ist ein Bluttest zur frühzeitigen Erkennung von Hirnblutungen. Das Protein wird bei entsprechenden Hirnschädigungen rasch ins Blut freigesetzt und ist deshalb innerhalb weniger Minuten messbar. Das Verfahren wird derzeit an ausgewählten Stationen erprobt und kann dabei helfen, frühzeitig zwischen Hirnblutung und Schlaganfall zu unterscheiden. Weiterhin können Schädelverletzungen mit dieser Untersuchung besser eingeschätzt werden. So unterstützt der Test eine gezielte Entscheidung für die passende Zielklinik, sichert optimale Weiterbehandlung und schont gleichzeitig die Kapazitäten in Spezialkliniken.
Mit einer Studie zu ECPR-Trainings treiben wir die Notfallmedizin gezielt voran. ECPR ist eine spezielle Form der Wiederbelebung, bei der eine spezielle Maschine (ECMO) die Herz-Lungen-Funktion übernimmt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie effektiv Simulationstrainings sind und welches Format den größten Nutzen bringt. Dafür vergleichen wir ein eintägiges und ein zweitägiges Training und untersuchen deren Auswirkungen auf Teamarbeit und Entscheidungen. So gewinnen wir wichtige Erkenntnisse, um Trainings zu verbessern und die Versorgung von Patientinnen und Patienten nachhaltig zu stärken.
Die Behandlung eines Herz-Kreislauf-Stillstands folgt den Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC). Dennoch überleben bislang nur etwa 8 Prozent der Patientinnen und Patienten ohne schwere neurologische Schäden. Mit dem Projekt HeliCAT (Helicopter Cardiac Arrest Team) verfolgen wir deshalb einen neuen Ansatz: Durch die Kombination moderner Diagnoseverfahren soll die Reanimation stärker an die individuelle Situation der Betroffenen angepasst werden. Ziel ist es, die Durchblutung von Gehirn und Herz gezielt zu verbessern und damit die Erfolgsaussichten zu erhöhen. Zum Einsatz kommen unter anderem Verfahren zur Messung der Sauerstoffversorgung des Gehirns (Nahinfrarotspektroskopie), eine invasive Blutdruckmessung über die Leistenarterie sowie ein spezieller Ultraschall über die Speiseröhre (transösophageale Echokardiographie, auch „Schluckultraschall“ genannt). Die Verfahren werden derzeit an ausgewählten Stationen erprobt.
Mit dem Projekt MERP fördert die DRF Stiftung die enge Zusammenarbeit von Polizei, Rettungsdienst, Luftrettung und Katastrophenschutz. Im Kern verbindet MERP gemeinsame Trainings, abgestimmte Prozesse, ein gemeinsames medizinisches Verständnis und klare Standards für komplexe Einsatzlagen. Praxisnahe Übungen bereiten die Beteiligten gezielt auf den Ernstfall vor. So wird die Zusammenarbeit im Einsatz verbessert und die Grundlage dafür geschaffen, dass alle Kräfte in kritischen Situationen koordiniert, schnell und wirkungsvoll handeln können.
Wissenschaftlicher Arbeitskreis
Forschung ist entscheidend für die stetige Verbesserung der Notfallrettung. Im Wissenschaftlichen Arbeitskreis (WAK) der DRF Luftrettung arbeiten deshalb unsere Fachexperten gemeinsam mit externen Partnern an neuen Ansätzen für die medizinische Akutversorgung. Ziel ist der direkte Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die notfallmedizinische Praxis.